Unterwegs in Dänemark

Wenn man beinahe alle Tage ans Heiraten in Dänemark denkt, immer wieder das Land bereist mit Notizbuch und Kamera, neue Schauplätze für Trauungen erkundet, die Hochzeitspaaren gefallen könnten, dann darf man auch ein wenig abschweifen, Beine und Seele ein wenig baumeln lassen. Über die Jahre entstehen Impressionen - einige von ihnen finden sich hier.  


Blåvandshuk Fyr 

Fährt man von Blåvand in Richtung Leuchtturm, beginnt das Staunen in der letzten Biegung. Plötzlich steht er da. Ein Wahnsinn, dieser weiße Riese! Besonders gut macht er sich vor protzig blauem Himmel. Viereckig, 39 Meter hoch gereckter armierter Beton auf einer 18 Meter hohen Düne. Vier Meter reicht sein Fundament in die Tiefe. Fast 40 Höhenmeter sind es vom Eingang bis nach oben auf den schmalen Balkon. 170 Stufen muss jeder Turmsteiger bewältigen. Da kommen kleine Verschnaufpausen nicht ungelegen, wenn die Absteiger vorbei gelassen werden müssen. Besonders in Urlaubszeiten herrscht reger Besuchsverkehr. Auf den letzten Höhenmetern und auch mit der letzten Kraft geht es schließlich auf einer Hühnerleiter zur Ausstiegsluke.

Auf einer Düne thront Blavands weißer LeuchtturmBlavands "Weißer Riese"

Oben angekommen auf der Galerie von Blåvandshuk Fyr wartet ein grandioser Panoramablick. 55 Meter über der Nordsee. Eine vier Tonnen schwere Linsenoptik schickt einen von Prismen gebündelten Lichtstrahl 22 Seemeilen auf die Nordsee. Drei Blinkzeichen alle 20 Sekunden: die Kennung von Blåvandshuk Fyr.

Dort draußen, auf 55 Grad 32 Minuten Nord und 7 Grad 59 Minuten Ost, entsteht der Offshore-Windpark "Horns Rev" (Riff). Viel näher, gleich schräg rechts, da unten am breiten Strand, lässt sich Dänemarks westlichste Landnase begucken. Die ist in ihrer Position natürlich variabel - bei strammem Ostwind ist Dänemark auch an dieser Stelle etwas breiter. Links und rechts in der Dünenlandschaft stecken Bunker des Atlantikwalls. Gebaut von Deutschen während des zweiten Weltkriegs gegen eine Invasion, die an dieser Stelle niemals kam.

"Horns Rev" ist der Grund für den Bau des großen Leuchtturms (1899 - 1900). Das Riff aus Limonit-Sandstein zieht sich wohl 40 Kilometer in die Nordsee hinaus. Unter Seefahrern vieler Nationen galt das "Teufelshorn" noch vor gut einhundert Jahren als das gefährlichste Riff der Welt. 1878 wurde das erste Feuerschiff an "Horns Rev" verankert, später kamen weitere hinzu. Doch die Feuerschiffe reichten nicht aus, die Fahrrinne zum wichtigen Hafen von Esbjerg zu sichern.

Am Neujahrsabend des Jahres 1900 leuchtete das hohe Feuer von Blåvandshuk zum ersten Mal. Vorher stand hier auf der höchsten Düne zwölf Jahre lang ein Sektorenleuchtfeuer mit Holzgestell. Blåvandshuk Fyr war zunächst ein Schnellblink-Leuchtfeuer, betrieben von einem Fettgasbrenner. 1911 erfolgte die Umstellung auf Acetylengas. 1920 kam die nächste Neuerung, jetzt wurde ein Kerosinbrenner eingesetzt. Im Jahr 1948 schließlich erhielt der Leuchtturm elektrisches Licht.

Auf der hohen Düne, am Fuße des Leuchtturms oder am Strand, finden lauschige Plätze zum Heiraten. Oben auf dem schmalen Balkon des Leuchtfeuers, auf dem sich tagsüber immer andere Besucher drängeln, eher nicht. Das Treppensteigen ist anstrengend und die letzten Meter mit Hühnerleiter und schmalem Ausstieg sind nicht jedermanns Sache.

Blåvandshuk Fyr   |   Fyrvej 106   |   Blåvand


Ida Davidsen - Grande Dame des Smørrebrød 

Kopenhagen-Mitte. Ein paar Steinstufen hinab, eine Holztüre noch, dann steht man in Ida Davidsens Reich. Jetzt sind es nur noch ein paar Schritte bis zum sagenhaften-Show-Buffet. Ida Davidsen, Grande Dame des Smørrebrød, ist eine Institution im Königreich, sie rangiert vermutlich nicht weit nach der Königin. In ihrem Reich dreht sich alles um die dänische Nationalspeise, das Smørrebrød. Ein Restaurant in Kopenhagen, in dem sich alles um Butterbrote dreht. Besondere Butterbrote -  ständig neu, kreativ erschaffen, frisch und köstlich angerichtet. Es bräuchte wohl Tage sich in Ida Davidsens gastronomischem Königreich durch sämtliche Butterbrot-Kreationen zu schlemmen.

Butterbrot mit gerollten Scheiben RoastbeefRoastbeef gerollt an Schwarzbrot



Eine Scheibe Schwarzbrot, mit Butter bestrichen, überbaut mit hauchdünnen, fein gemaserten Roastbeef-Scheiben an kross gebratenem Frühstücksspeck, darunter feine  Schnitzel von roter Paprika, dekoriert mit Rote-Bete-Sticks. "Enjoy" sagt die Serviererin in klassischem Schwarzweiß., Die nächste Brotscheibe versteckt sich unter einem Mittelgebirge von pochiertem Ei, gebratenem Frühstücksspeck in geschwungenen Ringen, Gurkenscheibchen und Paprikaschnitzelchen on top. Wieder ein kleines Kunstwerk. "Enjoy"

Bei Ida Davidsen steht nichts anderes auf der Karte als Smørrebrød, das allerdings 200-fach in feinsten Variationen von Fisch. Fleisch und Krabben, Sauce Hollandaise und Trüffel. Am Tresen ist die Ratlosigkeit groß, zu mächtig die sinnlichen Eindrücke, zu groß das Staunen über die gleichzeitig zu verarbeitenden Erläuterungen der Mitarbeiterinnen.

Ida Davidsen  |   Store Kongensgade 70  |  Copenhagen 

 

Arrest in Ribe

Freiwillig ins Gefängnis? Ohne Urteil in den Knast? Nur die Ruhe, ist doch nur ein Wochenend-Arrest. Du darfst natürlich auch länger bleiben. Bitte sehr: "Erster Stock, Zelle 6". Der Weg zum Zellengang führt durch ein eisernes Gittertor. Da hört der Spaß schon mal auf. Vergitterter Blick nach draußen. Hinter schwedischen Gardinen habe ich Ribes Dom noch nie gesehen. Immerhin, auf der Rückseite des Arrest-Hotels, vor meinem nicht vergitterten Zellenfenster, versöhnt ein hoher Birnbaum in voller Tracht.

Eintritt in den Vollzug

Die Direktorin persönlich, sie amtiert zugleich als Cheffin einer Boutique für skandinavische Damenmode, hatte Zelle 6 empfohlen – getrennte Betten, aber mit kleiner Empore zum Fensterplatz. Kein WLAN, dafür auch kein TV. Jedoch mit eigenem Badezimmer. Fließend Wasser, kalt und richtig heiß. Eine „Dänische Dusche“, die kennt auch nicht jeder: Das ganze Badezimmer steht anschließend unter Wasser, Das Badezimmer IST die Duschkabine.

Blick in eine EinzelzelleBlick in Zelle Nr. 2

Im Freigang gucke ich mir auch andere Zellen an. Erstaunlich, was man aus einem alten Knast machen kann. In Ribes „Gamle Arrest“ („Altes Gefängnis“) gibt es heute Zellen mit Einzelbelegung und Gemeinschaftsdusche, daneben Zellen mit zwei Betten und Privatbad.

Hochzeitssuite mit Himmelbett

Sogar eine Hochzeitssuite gibt es im Gefängnis, die einzige Zelle mit Doppelbett. Himmelbett sogar. Und Minibar. Noch eine Änderung zu damals: Das Graubrot wird nicht mehr durch die Türklappe geschoben. Heutzutage frühstücken die Insassen entweder in der Gemeinschaftszelle 1 oder bei schönem Wetter im Gefängnishof, unter dem Birnbaum.

Abends genehmige ich mir Ausgang. Das geht ohne Erlaubnis der Direktorin. Allerdings, ein echter Freigang ist das nicht. Eher ein geführter Rundgang mit dem Nachtwächter durch Skandinaviens älteste Stadt. Treffpunkt 20 Uhr bei der „Weis Stue“. Die hat auch schon mehr als 400 Jahre im Gebälk.

Hotel „Den Gamle Arrest“ (Innenstadtlage)  |  Torvet 11  |   Ribe


Mit Morgenstern durch die Nacht

Treffpunkt Hvide Stue. Ein Gasthaus, auch schon über 400 Jahre alt, im Schatten der mächtigen Domkirche, gegenüber dem 'Hotel Dagmar'. Vor dem schiefen Fachwerkhaus versammeln sich  Touristen zum abendlichen Rundgang mit dem Nachtwächter, Laterne und Morgenstern. In mancher Hinsicht kann Ribe Superlative vorweisen: Älteste Stadt Skandinaviens mit dem ältesten Dom Dänemarks, im Mittelalter bedeutendste Stadt Skandinaviens und gleichzeitig die Stadt mit dem strengsten Gericht im Königreich.

Mit dem Jahr 1269 hatten Ribes Stadtväter mit königlicher Erlaubnis ein eigenes Recht verordnet. Eines, das viel schärfer war als das vorherige Jütische Recht. Diebe beispielsweise wurden unterschiedlich bestraft: Männer hängte man auf, Frauen wurden lebendig begraben, Mörder  enthauptet.

Nachtwächter in alter UniformNachtwächter startklar

In diesen Zeiten verrichteten Nachtwächter einen beschwerlichen und gefahrvollen  Dienst in der verwinkelten Stadt. Eine Nachtschicht dauerte bei kargem Lohn volle neun Stunden. Nachtwächter sollten auf ihren Rundgängen nicht nur die vollen Stunden ausrufen, sie sollten die schlummernden Einwohner auch vor Feuersgefahr und Hochwasser bewahren. Das gelang nicht immer.

So vernichtete im Jahr 1580 ein gewaltiger Brand 240 eng bei einander stehende Häuser - und damit fast den gesamten Stadtkern. Es sollte nicht die letzte Feuersbrunst bleiben. Irgendwann strichen die Bürger ihre Häuser nicht mehr mit roter, sondern mit weißer Farbe. Der Nachtwächter kennt den Hintergrund: "Eine weiße Stadt ist eine arme Stadt." Ribe hatte seine wirtschaftliche Bedeutung eingebüßt und der xte Wiederaufbau überstieg nun endgültig die Finanzkraft seiner Bewohner.

Insbesondere Ribes Blütezeit als bedeutendste Stadt Skandinaviens hatte auch dunkle Gestalten angelockt. Um 1450 war die Handelsstadt Ribe bedeutender als Kopenhagen oder Malmö. Auf sich allein gestellt, sollten Nachtwächter in dieser pulsierenden Stadt für Ordnung sorgen, im Kerzenschein zweifelhafte Elemente erspähen, verscheuchen oder wenn nötig kampfunfähig machen.

Nicht zu allen Zeiten waren Ribes Nachtwächter mit dem Morgenstern ausgerüstet. Diese fürchterliche Waffe mit Eisenspitzen und Holzkugel wurde ihnen erst erlaubt, nachdem ein Nachtwächter bei den Stadtwiesen ermordet worden war. Beide Täter wurden gefasst und Ribes Stadtväter fragte bei ihrem König an, was mit den Straftätern geschehen solle. Die Mörder des Nachtwächters wurden enthauptet, ihre Köpfe gepfählt und noch lange auf der Wiese zur Schau gestellt.

Irgendwann muss den begüterten Stadtoberen geschwant haben, dass ihre Nachtwächter nur noch kärglich entlohnt wurden. So wurde den Ordnungshütern erlaubt, ein mal im Jahr, kurz vor Weihnachten, bei den Bürgern von Ribe um Spenden zu bitten. Die meisten schenkten ihren Nachtwächtern weiße Kerzen für die Laterne. Das Geschenk musste niemand kaufen. Ribes verarmte Bürger zogen sie selbst an langen Winterabenden.


Farbenspiel und Formen

Glaskunst, die in ihren Farben, Formen und Variationen verzaubert, zeigt die Kreativkünstlerin Erna Møller im Haus-Tausen-Haus von Ribe. Im Schatten der großen Domkirche hat sich die frühere Kunst- und Handwerkslehrerin ihre eigene Welt geschaffen und sich einen Traum erfüllt. "Meine Ausbildung zur Glaskünstlerin", verrät Erna Møller, "bestand hauptsächlich aus tausenden Stunden nach der Methode 'Versuch und Irrtum'". Womit sie vermutlich ein wenig übertreibt, denn in ihrer Leidenschaft für Glas besucht sie seit mehr als zwölf Jahren Seminare, Lehrgänge und noch mehr Seminare. Bis sie jene Fähigkeiten (und Geheimnisse) besaß, um selbst Schüler im Fach Glaskunst unterrichten zu können.

Bunte Stadthäuser auf GlasStadthäuser in Glas

Im Mai 2011 bezog Erna Møller das Hans-Tausen-Haus am Dom zu Ribe. Hans Tausen, Theologe und Philosoph wurde 1542 zum Bischof von Ripen (Ribe) geweiht. Er wirkte an dieser Stätte 20 Jahre lang, 1561 verstarb er in Ribe. Sein Standbild ist an jener Seite des Doms zu besichtigen, die dem Hans-Tausen-Haus zugewandt ist

Ribes Altstadthäuser aus Glas

Heute beherbergt das Tausen-Haus Galerie, Laden und Werkstatt. In diesem (Atelier-) Haus blühte Erna Møller auf. "Ich hatte mich total in dieses Haus verliebt", gesteht die Glaskünstlerin. "Für meine künstlerische Entwicklung war der Umzug in dieses Haus fantastisch." Neue Ideen von Farben und Kompositionen mit dem Material Glas entstanden, in Skulpturen, Objekten und Schmuck. "Ich bekam in diesem Haus schnell Reaktionen von Besuchern", sagt Erna Møller. "Ich finde es interessant, die Reaktionen der Menschen zu erleben."


Nicht dran ziehen! Der stürzt sonst ab!

Wie im Schaukelstuhl hängen sie in der Luft, kurven ein, kurven aus. Die Nordsee zu Füßen, locker 30 Meter über Normal Null. Von Zeit zu Zeit grüßen sie lässig so von oben herab ihr Fußvolk auf den hohen Dünen von Midtjylland.

Ein Gleitschirm zum Anfassen nahGleitschirm ganz nah

Das Volk genießt die Show und greift gern mal zum Schirm, wenn ein Dünengleiter mit seinem Schaukelstuhl nahe kommen. Die Ängstlichen im Publikum ducken sich lieber in Dünenmulden. Das erscheint allerdings mehr so etwas wie vorauseilender Gehorsam. Die greifen nicht an, die großen Reiter. Die wissen schon was sie tun. Obwohl – man weiß ja nie. Einer von ihnen könnte gerade seinen Jungfernflug machen.

Auf diesen Wind aus West haben sie wer weiß wie lange gewartet. Dann ist er da, kein Regen und auch noch Wochenende! Die Siebensachen greifen und zu den Dünen. Da bei dem stolzen Leuchtturm. Jetzt sind schon ein halbes Dutzend Dünenreiter am Himmel unterwegs. Sie zeigen Pendelverkehr nach Sichtflugregeln. Die vielleicht vier bis fünf Windstärken scheinen den Paraglidern richtig gut zu tun. Im Aufwind treiben sie genüsslich zweihundert Meter am Dünenkamm entlang. Worte dringen zum Volk.  Dänisch und Deutsch im Parallelflug. Irgendwo, an einer imaginären Wendemarke,  ungefähr dort, wo kein Publikum mehr winkt, machen sie kehrt.

Sie pirschen sich lautlos heran

Gleich kommen sie über den Dünenkamm. Der Dünenkamm ist ihre unsichtbare, aber fühlbare Grenze. Hier zwischen Luv und Lee verliert sich der Aufwind. An dieser Grenze muss der Schirm geführt werden. Sonst droht eine unelegante Landung im Dünental.

Regulärer Start- und Landeplatz ist der Strand. Mit gut gefüllten Luftkammern im Schirm senkrecht über ihnen nehmen manche Piloten Anlauf zum Meer. Schon nach wenigen Laufschritten endet der Bodenkontakt. Im Aufwind wendet der Pilot seinen Schirm, zieht, schiebt, ruckelt sich in den Sitz und schwebt über dem breiten Strand zu den hohen Dünen. Eine neue Pendelfahrt kann beginnen. Andere Piloten demonstrieren dem Publikum die Schnellstart-Variante „Anlauf am Dünenfuß“. Den windgefüllten Schirm hoch über dem Kopf laufen sie am Strand wenige Schritte die Düne hinauf. Der Aufwind greift sich den Schirm, zügig ist Reiseflughöhe erreicht. Eine neue Vorführung beginnt – das Publikum ist schon da.


Schwarz in die Luft

Airports haben es mir angetan. Aussichtsterrassen, Starts und Landungen ohne Ende, Menschen und Maschinen aus aller Welt, Gewusel in den Hallen. Faszinierende, große weite Welt eben, alles läuft wie am Schnürchen.

Blick auf einen Propeller und weiße WolkenAuf Reisehöhe

Willkommen auf der Ostseeinsel Alsen, Landzipfel Kær, Sonderborg International Airport (IATA-Kennung SGD). Fast ist alles hier wie bei den Großen. Nur eben kleiner. Überschaubar und dänisch entspannt. Doch mit einer reizvollen Kulisse, die Runway liegt direkt an der Ostsee. Hat auch nicht jeder Airport. Außerdem gehört Sonderburgs Flughafen zu den weltweit wenigen Plätzen, von denen man ungestraft schwarz abheben kann.

Dicke schwarze Brummer starten mehrmals täglich nach Copenhagen (CPH), spätestens abends brummeln sie wieder ein am Alsensund. Geschäftsleute nutzen die Verbindungen von alsieexpress oder Paare, die mal wieder über Kopenhagens Shoppingmeile "Strøget" schlendern oder ein schönes Wochenende in der dänischen Metropole erleben möchten.

Vielleicht wartet ein lange reservierter Tisch in einem Gourmet-Tempel oder es sind Plätze in der Königlichen Oper reserviert. Die zählt, schon wieder ein Superlativ, zu den modernsten Bühnen der Welt und ist auch mit einem Wassertaxi gut erreichbar.

Sonderborg Airport ist ebenfalls eine Option für Leute aus Norddeutschland, die Kopenhagen besuchen, aber nicht die gesamte Strecke mit dem Auto fahren möchten. Pro Strecke stehen 45 Minuten Flugzeit gegen gut 300 Autobahnkilometer mit Höchstgeschwindigkeit 130 und einer Mautpflichtigen Brücke über den Großen Belt. Jede Brückenpassage im Personenwagen kostet 33 Euro, das ist schon der halbe Preis für ein Günstig-Ticket.

Spotter haben eine gute Position auf der Halbinsel Kær bei Sonderburg, Rastplatz an der Straße Nørremark. Kopenhagen: in der Einflugschneise.


Ein Strand zum Heiraten

Wir von heiraten.dk hatten ganz wunderbare Trauungen an dänischen Stränden. So viele Wochen Sonnenschein im Norden, noch bis in den Oktober hinein, haben viele Paare glücklich gemacht. Ich weiß gar nicht, welche Strände ich schöner fiinden soll. Die Strände der Nordsee oder  Strände der Ostsee. Strände für Kiter, Wanderer, Bernsteinsucher und eben für Hochzeiter. Wahrscheinlich will ich mich auch gar nicht festlegen, weil es viele besondere Strände gibt. Einen Strand aber mag ich vielleicht doch am liebsten. Kilometer weit wie auf dem Foto zu sehen und ebenso weit weg von Schicki und Micki. Garantiert kein Edel-Bistro in der Nähe, dafür links das Meer und rechts urwüchsiger Wald. Und ein Parkplatz für große Hochzeitsgesellschaften. Eben ziemlich anders als auf Sylt. Wobei der Vergleich hinkt. Auf Sylt kann man nicht standesamtlich am Strand heiraten. Kirchlich schon und freie Zeremonien sind auch möglich, aber eben keine zivilrechtlich wirksamen Eheschließungen.

Weißer Strand und blaues MeerTraumhaft - oder? Dänemarks Ostsee

Möglich sind auch Trauungen an dänischen Stränden in Citynähe, das Restaurant mit Meerblick nur einen Spaziergang entfernt. Oder an Stränden mit Ferienhäusern in der Nachbarschaft. Kommt ein Paar mit vielen Freunden, werden dort mehrere Ferienhäuser angemietet, im größten steigt die Party. Mehr Locations für eine standesamtliche Traung, ohne überhaupt ein Standesamt zu betreten: Möglich sind Trauungen beispielsweise in einem angemieteten Ferienhaus, in einem Leuchtturm, in komfortablen Hotels - auf Wunsch ganz nah am Meer.

Ach ja, und dann war da noch das Paar, das sich einmütig zur Heirat am Abhang


   

Natürlich verbinden sich auch am 55. Breitengrad große Winzer-Hoffnungen mit jedem Sommer  - schließlich wärmen in gewissen Abständen traumhafte Sommer das Land. Sonnenschein von morgens bis abends.  2018 war wieder so ein Traum. Von Mai bis in den Oktober hinein sorgte überreichlicher Sonnenschein in den Trauben für eine reichliche Zuckerproduktion.

Meine erste Begegnung mit dem Wein von Årø hatte ich im Dorfgasthaus, ungefähr zwei Steinwürfe vom Fähranleger entfernt. Zu einer Käseauswahl servierte der Wirt ein Probierglas: Weißwein mit Seetangnote. Wie bitte? Vorsichtig habe ich am Glas genippt. Nur einen wenzigen Schlock. "Und?" fragte der Wirt. "Schmeckt!"

Erste Weinlese - erste Goldmedaille

Laila und Svend Ǻge Hansen brachten den Wein auf dieses Eiland. Im Herbst 2004 erwarb das Ehepaar seine ersten Reben nach eingehender Beratung im dänischen Vincenter auf der Insel Seeland. Angebaut werden auf Årø seither die Sorten Regent, Solaris und Rondo. Sie sind pilzresistent und haben sich in nördlichen Breiten bewährt. Seit dem Frühjahr 2005 rackert er in seinem ein Hektar großen Weinberg, der ein Weingarten ist und deshalb auch so heißt. Schließlich erhebt sich die Insel Ǻrø maximal sieben Meter sechzig über Normal Null aus dem Kleinen Belt. Angesichts dieser Tatsachen hat Svend Åge Hansen seinen Pflanzung zu ebener Erde "Vingård" (Weingarten) genannt. Bei der Anschubfinanzierung halfen dem neuen Winzer europäische und dänische Fördermittel.

Rotweintrauben an der RebeEin guter Jahrgang

Rund 1000 Liter brachte 2007 die erste Weinlese - und sofort die Goldmedaille der Vereinigung dänischer Winzer. Ganze 187 Flaschen gab es von dem gehaltvollen Rotwein aus der Rebsorte Rondo, sie waren schnell ausverkauft.  Zwei Jahre später feierte man im Weingarten eine erste große Ernte, der noch viel bessere folgen sollten: 6000 Liter. Nach 2010 mit etwa 4000 Litern kamen die mageren Jahre. Zu viel Regen in 2011 und 2012 drückten die Ernte auf 1000 und 3000 Liter Wein. Das Ernteergebnis nach dem Supersommer 2014 setzte eine neue Rekordmarke, die im heißen Sommer 2018 nochmals getoppt wurde. Diese Ernte brachte noch einmal Svend Ǻge Hansen mit freiwilligen Helfern ein, obwohl er seinen Weingarten Ende 2015 an Lisbeth und Jakob Lei übergeben hatte. Das Ehepaar wurde zu der Zeit Eltern und war von Feldarbeit frei gestellt.

Im Frühling und Sommer können sich Gäste nach Voranmeldung zur Führung durch den Weingarten einfinden, neben den Reben picknicken und Weine probieren. Im Sommer werden auch Vortragsabende angeboten, mit Weinprobe und Rundgang.

Ǻrø Vingård  |  Ǻrø Weingarten  |  Ǻrø Wineyard